Akupunktur
Was ist Akupunktur?
Akupunktur ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und seit mehr als 2000 Jahren bewährt. Durch das Nadeln spezifischer Punkte werden die körper-eigenen Heilungskräfte aktiviert, die Gesundheit erhalten oder wiederhergestellt. Der Organismus wird durch das Nadeln gezielt dazu angeregt, sich selbst wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Man versteht unter Akupunktur die Regelung des Flusses der Lebensenergie, die in China "Qi" (gesprochen "Tschi") genannt wird. Dieses Fließsystem ist ein energetisches Netzwerk von Kanälen (Meridiane), das nicht nur die Akupunkturpunkte, sondern auch die inneren Organe miteinander verbindet und beeinflusst.
In der TCM wird eine Erkrankung unter Berücksichtigung des Ganzen gesehen, und zwar auch zusammen mit den komplexen Beziehungen zwischen Lebewesen und der Umwelt betrachtet.
Herkunft und Entwicklung
Die Anfänge der Akupunktur liegen 4000 - 6000 Jahre zurück. Erste konkrete Angaben bei Tieren stammen aus dem Jahr 900 v.Chr. von einem Reitergeneral Sun Yang, der als Tierarzt Akupunktur und Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten durch glimmende Kräuter) beim Pferd angewandt hat.
In der Zeit zwischen dem 2. Jhdt. v. Chr. und dem 2. Jhdt. n. Chr. (Chin- und Han-Dynastie) entstanden eines der maßgeblichen Werke der TCM sowie auch Holztafeln mit Rezepturen für die tiermedizinische Behandlung, Anleitungen für die Akupunktur bei Pferden, z.B. Stimulation bzw. Stärkung von Pferden für eine bevorstehende Schlacht.
Von China aus verbreiteten sich Kenntnisse der Veterinärakupunktur auch nach Indien, Griechenland und darüber hinaus.
Aus Ceylon ist ein etwa 1500 Jahre altes Buch mit Abbildungen von Tier- und Human-akupunktur bekannt, aus Indien gibt es Darstellungen von der Akupunktur bei Streit-elefanten.
Aus der Min-Dynastie (1368 - 1644 n. Chr.) gibt es Dokumentationen über die Pulsdiagnose sowie den Verlauf der Leitbahnen (Meridiane) und die Lokalisation der Akupunkturpunkte beim Pferd.
Gesundheit und Krankheit
In der TCM ist Gesundheit gleichbedeutend mit dem freien Fluss von Qi. Im chinesischen Verständnis ist die Gesundheit untrennbar mit der Vorstellung von Fließen, Ausgewogenheit und Austausch verbunden. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass alle körperlichen und psychischen Vorgänge im Menschen einander wechselseitig beeinflussen.
Indikationen
- Behandlung von schmerzhaften Zuständen
- Akupunkturanästhesie bei Operationen
- Behandlung akuter und infektiöser Krankheiten
- Behandlung chronischer und innerer Krankheiten
- psychische Erkrankungen
- Lungenerkrankungen (z.B. Bronchitis, COB)
- Bandscheibenvorfälle / Cauda equina / Rückenschmerzen
- Hinterhandschwäche / Lähmungserscheinungen
- Verdauungsprobleme (Erbrechen / Durchfall / Verstopfung) u.v.m.
Behandlungsschwerpunkt der TCM liegt bei chronischen und funktionellen Störungen. Die Stärke der Akupunktur liegt in der diagnostischen Möglichkeit, bereits sich anbahnende Krankheitszustände festzustellen. Akupunktur behandelt den ganzen Organismus und nicht nur eine lokale Störung, deren Ursache möglicherweise ganz woanders als am Ort des Erscheinens zu behandeln ist. Es kann sein, dass zwei Tiere die gleiche Krankheit haben (z.B. Durchfall), aber die Ursachen sind verschieden und müssen somit auch unterschiedlich behandelt werden.
Die Behandlung
Es werden sehr dünne Nadeln in ausgewählte Punkte so gut wie schmerzfrei einge-stochen. Manchmal werden bis zu 15 Nadeln verwendet, i.d.R. verbleiben diese 20 - 30 Minuten, manchmal auch länger. Je älter eine Erkrankung ist, desto länger / häufiger muss der Patient behandelt werden. Meist kann die Behandlung nach der 6. Behandlung genauer eingeschätzt werden, da dann die individuelle unterschiedliche Reaktionsbereitschaft deutlich zu erkennen ist.
Bei sehr ängstlichen Tiere verwende ich lieber einen Laser, da die Tiere hier absolut nichts spüren.
Gibt es Nebenwirkungen?
Eine fachgerecht durchgeführte Akupunktur hat keine Nebenwirkungen. Die Akupunktur setzt auf die Selbstheilungskräfte des Körpers; eine kurzfristige Verstärkung der Symptome ist möglich, klingt jedoch rasch wieder ab. Die Heilung verläuft von innen nach außen, sodass Ausscheidungen über Haut, Stuhl und Urin möglich sind.
Meist tritt nach der Akupunktur eine angenehme Entspannung auf, manchmal ein Schlafbedürfnis. Körperliche Anstrengungen sowie Stress sollten 2 Stunden vor und nach der Behandlung vermieden werden, auch üppige Fütterungen sind für 2 Stunden vorher und nachher zu unterbleiben.