Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)
Was ist Pflanzenheilkunde?
Mit heilkräftigen Pflanzen lassen sich Gesundheit und Fitness sanft und ganzheitlich stärken; es ist möglich, Krankheiten und Fehlfunktionen zu heilen.
Herkunft und Entwicklung
Die auch als Phytotherapie bezeichnete Pflanzenheilkunde ist weltweit und seit Menschengedenken bekannt und verbreitet. Sie hat eine lange Tradition und das Wissen um die heilende Wirkung von Pflanzen war zu Beginn des letzten Jahrhunderts fest verankert.
Wirkung
Die Pflanzenheilkunde arbeitet mit messbaren und teilweise recht hoch dosierten Mengen. Im Gegensatz zu anderen Naturheilverfahren ist die Kräuterheilkunde nach einfach strukturierten Ursache-Wirkungs-Prinzipien aufgebaut.
Vorsicht! Einige Heilkräuter wirken so intensiv, dass ihre Anwendung nur kontrolliert erfolgen sollte, z.B. Baldrian und Enzian. Eine Anwendung von Kräutern über eine Dauer von mehr als 4 Wochen sollte mit einem Tierheilpraktiker oder Tierarzt abgesprochen werden.
Krankheit und Heilung
Die kontinuierliche Aufnahme bestimmter Pflanzen in speziellen Situationen, beispielsweise von schleimlösenden, lungenwirksamen Kräutern während der feuchten Wintermonate, ist sinnvoller und natürlich auch erfolgsträchtiger als der Versuch, mit der kurzfristigen Gabe eine Krankheit sofort ausheilen zu wollen.
Kräuter wirken ganzheitlich. Sie enthalten einen Vielzahl von Wirkstoffen:
1. Ätherische Öle
Sie helfen bei Erkrankungen der Atemwege, der Harnorgane und der Haut.
2. Bitterstoffe
Sie wirken reflektorisch auf Magen, Darm, Leber und Pankreas. Sie regulieren die Produktion der Verdauungssäfte und verbessern den Appetit. Sinnvoll ist ihr Einsatz bei fütterungsbedingten Verdauungsstörungen, Blähungen, Verstopfungen und Appetitmangel.
3. Gerbstoffe
Sie verhindern die Aufnahme von Giftstoffen und reduzieren die Sekretion von Körper-flüssigkeiten. Sie helfen bei schlecht heilenden, nässenden Wunden, Geschwüren und Ekzemen, als auch bei Entzündungen im Magen-Darm-Bereich.
4. Saponine
Sie entfalten eine reinigende, ausleitende und entgiftende Wirkung. Sie werden als harntreibende und auswurffördernde Mittel eingesetzt.
5. Scharfstoffe
Sie werden bei chronischen Prozessen, bei Abszessen und auch bei chronischen Entzündungen oder bindegewebige Verhärtungen eingesetzt; sie reaktivieren und verbessern die Durchblutung.
6. Schleimstoffe
Sie wirken reizlindernd und abschirmend auf gereizte Haut oder Schleimhaut und schützen das Gewebe vor weiterer Irritation. Sie werden eingesetzt bei Entzündungen im Verdauungstrakt, bei langwierigen Wunden und bei Verstopfung: sie sind hustendämpfend und auswurffördernd bei Erkrankungen der Atemwege.
Viele weitere Wirkstoffe sind in Pflanzen enthalten und nur das Zusammenspiel aller Bestandteile ermöglicht die optimale Heilwirkung.
Kräutermischungen sind im Allgemeinen wirksamer und verträglicher als hoch dosierte Einzelkräuter.
Darreichung und Anwendung
Die Heilpflanzen können direkt mit dem normalen Futter angeboten werden.
Bei der Behandlung von Hautkrankheiten u.a. äußeren Problemen können frische, zerstoßene Kräuter aufgelegt werden.
Des weiteren können Heilkräuter auch als Aufguss angeboten werden.
Kräuter sollten gezielt und kurmäßig angewendet werden, insgesamt nicht länger als 8 Wochen und nicht kürzer als 4 Wochen.
Indikation
- Hautprobleme
- Ekzeme / allergische Hauterkrankungen
- schlecht heilende Wunden
- Insektenstiche
- Satteldruck
- Atemwegserkrankungen
- Verdauungsstörungen
- Unruhe / Stress
- Bänder-, Sehnen- und Gelenkprobleme
- Behandlung / Stärkung alter Tiere
- Überanstrengung / Überbelastung
- Appetitmangel
- Stoffwechselerkrankungen
- Fellwechselprobleme